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Zart besaitet - Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochsensible Menschen

von Georg Parlow

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Die Mehrheit (Teil 1)

Hochempfindlichkeit ist also ein Minderheitenphänomen. Die Mehrheit der Menschen, und das trifft auf alle Kulturen und Rassen zu, bilden die merklich weniger empfindsamen. In vielen Kulturen, z. B. im alten China oder bei manchen Stammeskulturen, wurden Hochempfindliche besonders geschätzt und hatten spezielle Aufgaben. In unserer westlichen Kultur gab es früher verschiedenste Nischen für Hochempfindliche, beispielsweise im Bereich der Kunst oder der Religion. Dies hat sich jedoch durch die Kommerzialisierung und Institutionalisierung dieser Bereiche zu großen Teilen geändert. Heute finden sich viele hochempfindliche Menschen an Plätzen und Positionen im Leben, für die sie schlecht gerüstet sind. Die Mehrheit diktiert, was "normal" ist, und bestimmt die Rahmenbedingungen. Das klaglose Ertragen und sogar Genießen der Hektik des modernen "Lifestyle" mit seiner Reizflut, ständig sich ändernden überbetonten Banalitäten, Freizeitpflichten, der Erhebung von Jugendlichkeit, Extrovertiertheit und Materialismus zu unantastbaren Götzen gilt als normal.

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