Home|Produkte|Garantie|Extras|Offenheit|Buchhandel|Impressum|Bestellungen

Zart besaitet - Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochsensible Menschen

von Georg Parlow

Zum InhaltsverzeichnisZum Bestellformular

Das unberechtigte Gefühl, "nicht in Ordnung" zu sein.

Wenn wir die sehr unterschiedliche Toleranz für Stimulation mit der oben erwähnten Tendenz vieler Menschen, von sich auf andere zu schließen, in Verbindung setzen, dann wird so manches verständlich. Wer kennt nicht das Unverständnis oder die Ungeduld der weniger empfindlichen Menschen, die von einem überstimulierten Mitmenschen gebeten werden, etwas für sie Angenehmes oder Gewohntes (wie etwa laute Musik, schnelles sprunghaftes Reden) aus Rücksicht aufzugeben, obwohl von ihrer Warte aus "kein Grund" (d. h. kein für sie nachvollziehbarer Grund) besteht? Aus diesem Blickpunkt sind wir nicht mehr von Bosheit oder Rücksichtslosigkeit umgeben, sondern von Unverständnis bzw. der Unfähigkeit, sich in unvertrautes Erleben einzufühlen.

Oder kennen Sie den hochempfindlichen Menschen, der in seinem Bedürfnis nach sozialen Kontakten immer wieder Einladungen zu Festen wahrnimmt, sich damit aber überfordert? Wenn er sich dann in Trubel, Rauch und Lärm nicht so recht wohl fühlt und stundenlang hin und her gerissen wird zwischen seinen Rückzugs- und Kontaktbedürfnissen, versteht er sich vielleicht selbst nicht. Er zweifelt an der eigenen Normalität, weil er sich an den anderen misst. In dieser Position können sich manche HSP damit selbst nicht leiden, während andere vielleicht dazu neigen, die nicht hochempfindlichen Bekannten für verroht oder selbstzerstörerisch zu halten. Mit dem Wissen, dass wir tatsächlich anders wahrnehmen, anders reagieren, andere Bedürfnisse haben, können wir solche Situationen vielleicht besser annehmen.

© FESTLAND Verlag

vorige Seite zurück zum Inhaltsverzeichnis