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Zart besaitet - Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochsensible Menschen

von Georg Parlow

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Streben nach Vollkommenheit

Eine weitere, auffällige Gemeinsamkeit von sehr vielen hochempfindlichen Menschen ist das Streben nach Vollkommenheit. Bei vielen von uns äußert sich das insofern, als die spirituell-religiösen Aspekte des Lebens eine bedeutende Rolle spielen. Interessant ist dabei, dass es mindestens ebenso häufig ein intensives, persönliches Verhältnis zum Göttlichen außerhalb organisierter Religionen ist, egal ob traditionell oder modern, wie innerhalb eines gemeinschaftlichen Glaubens. Für viele HSP ist die persönliche Vervollkommnung auf einem spirituellen oder religiösen Weg der wichtigste und sinngebende Aspekt ihres Lebens.

Eine weitere Gruppe von hochempfindlichen Menschen versteht sich als naturwissenschaftlich orientiert und oft auch atheistisch. Nichtsdestotrotz nimmt bei ihnen das Streben nach Vollkommenheit einen wichtigen Platz ein, wobei hier meistens abstrakte Ideale wie "Wahrheit", "Freiheit", "Reinheit des Geistes" oder "Humanität" bzw. "universelle Liebe" den Platz des Göttlichen übernehmen.

In seiner unerlösten Ausformung mündet das Streben nach Vollkommenheit gelegentlich in einen allgemeinen Perfektionismus. Dies geht einher mit sehr hohen bis kaum erfüllbaren Forderungen an sich selbst und andere, und kann für die davon betroffenen hochempfindlichen Menschen die Unvollkommenheit und Relativität des Lebens und ihrer selbst schwer erträglich machen und gelegentlich bis zum Selbstmord führen.

© FESTLAND Verlag

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