Hang zum Vegetarismus
Mit 26 Prozent sind nur etwa ein Viertel der hochempfindlichen Menschen ausgeprägte Fleischesser. 48 Prozent hingegen haben einen nennenswerten Hang zum Vegetarismus, darunter 18 Prozent Vegetarier und Veganer (Veganismus ist jene Spielart des Vegetarismus, die auf sämtliche tierische Produkte verzichtet).
Phasen von Weltschmerz
Über 80 Prozent aller hochempfindlichen Menschen haben gelegentliche Phasen von Weltschmerz, in denen sie vertraute oder scheinbar banale Tatsachen sehr traurig stimmen. Weniger als 12 Prozent kennen solche Phasen erklärtermaßen nicht. Es kann natürlich sein, dass ein Teil der Befragten auch depressive Anfälle dazu gezählt haben, doch nach anekdotischen Umfragen im Umfeld des Autors handelt es sich dabei mehrheitlich um Zustände, die von Depressionen deutlich unterschieden sind. Es ist eine offene, fließende Trauer, eine Melancholie ohne das schwere, lähmende Element der Depression. Häufig tritt der Zustand am Abend oder sonst bei deutlicher Müdigkeit auf.
Überdurchschnittliche Probleme mit Veränderungen
Veränderungen sind ein spezielles Kapitel für hochempfindliche Menschen. Mehr als die Hälfte der HSP fühlt sich von Veränderungen durcheinander gebracht, weitere 20 Prozent (insgesamt knapp über 72 Prozent) beantworten die Frage mit »eher ja«. Ungefähr 7 Prozent haben geringe, weitere 7 Prozent keine nennenswerten Probleme mit Veränderungen, darunter die mageren zwei Prozent derer, die Veränderungen im Leben an sich als angenehm und zentrierend erleben. Die restlichen 97 Prozent der HSP können und werden vermutlich trotzdem in der Retrospektive Veränderungen mal mehr, mal weniger als positiv und förderlich sehen. Doch bei den zwei Prozent geht es darum, dass Veränderung selbst unmittelbar als positiv erlebt wird, noch ehe Näheres über die Richtung oder Auswirkungen bekannt ist. Doch die Mehrheit der HSP wird von Veränderungen irritiert bis gestört.
Hochempfindliche Kinder aber auch ebensolche Tiere können mitunter auch auf geringfügige Veränderungen in ihrem Bereich massiv reagieren. Der Autor kennt einen hochempfindlichen Hund, einen Golden Retriever (sehr viele Mitglieder dieser Rasse dürften zuchtbedingt hochempfindlich sein), der während eines Spaziergangs auf einem seiner drei üblichen Ausgangsrouten den neuen Briefkasten an irgendeinem Gartentor sofort registrierte, ihn gründlich verbellte und anschließend ausgiebig beschnüffelte und erst nach geraumer Zeit zum Weitergehen zu bewegen war. Bei den folgenden zwei oder drei Spaziergängen auf dieser Route wiederholte sich die Prozedur in immer schwächerer Form, bis die Neuerung endlich verdaut war.
Für hochempfindliche Kinder kann die vertraute Routine besonders wichtig sein. Rituale am Morgen, beim Schlafengehen, beim Essen, beim Weggehen und Heimkommen, geben den meisten Kindern Freude und Sicherheit, für hochempfindliche Kinder sind sie oft sehr wichtig. Wenn Sie also ein hochempfindliches Kind haben, sollten Sie versuchen, besonders in Umbruchsphasen, wie etwa Einschulung oder Wohnungswechsel, möglichst viele der kleinen und größeren Gewohnheiten beizubehalten. Gut ist es auch, Veränderungen anzukündigen, damit sich betroffene HSP darauf einstellen können.