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Zart besaitet - Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochsensible Menschen
von Georg
Parlow |
 
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Andersgeartete Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit
Spätestens als Jugendliche merken die meisten hochsensiblen Menschen, dass sie in mancherlei Hinsicht viel geringere Belastungen ertragen können als die meisten Menschen. Und zwar handelt es sich dabei um alltägliche Belastungen, denen ein junger Mensch zwangsläufig begegnet. Dass wir in Extremsituationen oft weitaus größere Belastungen positiv verarbeiten können als andere, ist vielen nicht bewusst, weil extreme Situationen selten sind. Wenn eine HSP sich einmal in einer emotionalen Ausnahmesituation als stabiler und handlungsfähiger als andere erlebt hat, so lässt sich dies leicht als Zufall abtun, denn viel öfter erlebt ein hochempfindlicher Mensch seine geringere Belastbarkeit.
Am augenfälligsten sind dabei die körperlichen Belastungen. Lärm, Staub, Gerüche, Hitze oder Kälte, usw. können Hochempfindliche - wie schon im Kapitel 2 und 3 ausgeführt - in weitaus geringerem Maße tolerieren. Doch auch nervliche oder emotionale Belastungen beeinträchtigen eine HSP merklich stärker. Für so manchen hochsensiblen Jugendlichen wird das spätestens dann zum Problem, wenn das andere Geschlecht beginnt, interessant zu werden. Die Aufregungen des Flirtens und der Verliebtheit bringen viele hochempfindliche Burschen und Mädchen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit, insbesondere weil anfangs ein Großteil dieser Interaktionen in größerer Runde und damit höchst öffentlich stattzufinden pflegt. Zurückweisungen, von nicht hochempfindlichen Jugendlichen rasch weggesteckt, können eine verliebte HSP zerschmettern und nächtelang die Polster nass weinen lassen.
zu Teil 2
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