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Zart besaitet - Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochsensible Menschen

von Georg Parlow

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Andersgeartete Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit (Teil 2)

In engem Zusammenhang damit steht auch die geringere körperliche Leistungsfähigkeit. Dies kann soweit gehen, dass vielen hochsensiblen Kindern und Jugendlichen Leibesübungen und Gruppensport ein Gräuel sind. Dies wird verständlicher, wenn wir uns die Situation im Turnsaal einer Schule etwas genauer ansehen. Es ist oft laut, die Kinder laufen kreuz und quer, durch die Benützung von Turngeräten oder umherfliegende Bälle besteht eine gewisse Verletzungsgefahr. Diese Faktoren allein können bei so manchen hochempfindlichen Kindern bereits zu merklicher Stimulation führen, die an sich unangenehm ist und zu schlechterer körperlicher Koordination führen kann. Hinzu kommt, dass der Leistungsdruck der Lehrperson oft noch verstärkt wird durch den der Mitschüler. Dies gilt nicht nur für Teamspiele, sondern auch normale Turnübungen werden oft in Riegen durchgeführt, wobei diese untereinander auch in normalen Übungsstunden oft in informalen Wettkampf treten, da viele weniger sensible Kinder den Wettstreit um seiner selbst willen lieben.

Die Nervenanspannung, die öffentlich zu erbringende Leistungen und Prüfungssituationen im Allgemeinen mit sich bringen, ist auch dafür verantwortlich, dass oft genug auch intellektuelle und künstlerische Leistungen, die solchermaßen erbracht werden, geringer ausfallen, als es dem Talent, den Fähigkeiten oder dem Wissensstand entspräche.

Da den wenigsten hochsensiblen Jugendlichen bewusst ist, dass nicht alle Menschen solche Situationen gleich stressig erleben, ergibt sich für viele von ihnen auf Grund der beobachteten geringeren Belastbarkeit und der behinderten Leistungsfähigkeit ein Gefühl von Unterlegenheit. Dies umso mehr, als Leistung eines der heiligen Kälber unserer Kultur darstellt. Der Schritt von Gefühlen der Unterlegenheit in Leistung und Belastbarkeit zu Gefühlen von minderer Wertigkeit liegt vor diesem Hintergrund nur allzu nahe.

 

 

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