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Zart besaitet - Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochsensible Menschen
von Georg
Parlow |
 
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Die spezielle seelische Stärke von Hochempfindlichen (Teil 2)
Erstaunlicherweise tritt oft genau das Gegenteil ein. Viele hochsensible Menschen konnten beobachten, dass solche Krisensituationen, welche die meisten Menschen über ihre Grenzen der psychischen und emotionalen Belastbarkeit bringen, sie in einen Zustand von Ruhe und Klarheit versetzten. Sie werden zum Fels in der Brandung, ein Pol der Ruhe und Ermutigung für andere, und gar nicht so selten finden sich dann auch Menschen, die sich üblicherweise eher im Hintergrund halten und nicht gerne den Ton angeben, plötzlich und unwidersprochen in Führungsrollen. Mit fester Stimme und natürlicher Autorität übernehmen sie das Kommando, treffen Entscheidungen und geben Anweisungen aus dem gesunden Hausverstand und vermitteln Sicherheit, Richtung und Trost, fast als hätten sie ihr ganzes Leben nichts anderes getan. Wenn in solchen Situationen mehrere HSP anwesend sind, bilden sich oft spontane Kommandoteams, die ohne Absprachen und ohne Autoritätskonflikte funktionieren.
Diese Festigkeit in Krisen dürfte den meisten hochsensiblen Menschen im Blut liegen. Auch in wirklichen Krisen oder gefährlichen Situationen, die nur einen selbst betreffen und keine anderen Menschen involvieren, können wir oft eine plötzliche Ruhe und fast emotionslose Klarheit an uns beobachten. Diese Distanziertheit verschafft Überblick und kann es erlauben, heikle und kritische Situationen zum Guten zu wenden. Der Zusammenbruch kommt dann meist hinterher, wenn die eigentliche Stresssituation vorbei ist. Das Gleiche gilt für die oben genannten Situationen, wo verwirrte, geschockte oder einfach überforderte Menschen stabilisiert werden, und in kreative Problemlösungen eingebunden werden. Wenn - beispielsweise am Schauplatz eines Unfalls - dann nach einiger Zeit professionelle Krisenhelfer wie Polizei oder Feuerwehr eintreffen, geben die hochsensiblen Menschen das Kommando üblicherweise freudig wieder ab, und ziehen sich zurück, um sich endlich der eigenen Überstimulation widmen zu können.
zu Teil 3
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