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Zart besaitet - Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochsensible Menschen

von Georg Parlow

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Wege zur Heilung alter Wunden (Teil 2)

Mit der Hochempfindlichkeit ist es ganz ähnlich. Wenn wir uns für die Tatsache öffnen, dass in unserer Entwicklung nicht alles optimal gelaufen ist und wir vielleicht die eine oder andere Verletzung davongetragen haben, dann kann es schon passieren, dass wir uns wieder an den Schmerz und anderes Unangenehme erinnern. Auch leben wir hier im extrovertierten Westen in einer ideologischen Umgebung, deren Werte zunehmend von nicht hochempfindlichen Menschen geprägt worden sind, welche uns den Prozess der Heilung nicht gerade erleichtert. Um sich von solchen beschränkenden Ansichten zu befreien, hilft es, wenn man sich klarmacht, dass sie von unverständigen Menschen aufgestellt wurden und werden. Diese Unverständigen wissen nicht einmal, dass es andere Menschen gibt, die kein so dickes Leder haben wie sie, und trotzdem völlig in Ordnung sind. Die meisten Dickhäutigen wissen nicht, dass sie einen Großteil der Dinge, die ihnen das Leben schön, leicht und angenehm machen, den Dünnhäutigen verdanken, weil diese einen überproportional großen Teil der Erfinder, Forscher, Wissenschaftler, Künstler und Techniker ausmachen. Sie wissen nicht, dass sie den Zarten viel von ihrer inneren Sicherheit verdanken, denn fast alle Denker und Philosophen sowie alle Religionsgründer, und ebenfalls der allergrößte Teil derer, welche die daraus resultierenden Glaubenssysteme gepflegt und erhalten und für andere Menschen zugänglich, verständlich und nutzbar gemacht haben bis zum heutigen Tag, waren und sind Hochempfindliche wie Sie. Wer sich minderwertig fühlt, weil er sich ein Leben lang an einer Latte maß, die nicht für ihn gemacht wurde, soll sich durchaus daran erinnern, zu einem Menschenschlag zu gehören, ohne den das Leben der gesamten Spezies ziemlich traurig aussähe.

 

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