Vorsichtiger Umgang mit Ärzten
Im Umgang mit Ärzten gilt Ähnliches wie für Psychotherapeuten. Es kann äußerst wichtig sein, sorgsam zu wählen. Informieren Sie alle Ärzte, mit denen Sie zu tun haben, dass Sie vermutlich besonders stark auf Medikamente reagieren. Leider wird von vielen Schulmedizinern beim Finden der rechten Dosierung eine speziell für hochempfindliche Menschen ungünstige Methode verwendet. Zuerst wird sehr hoch dosiert, um zu sehen, ob es das Medikament ist, auf das Sie ansprechen. Und dann wird die Dosierung allmählich verringert, um die unerwünschten Nebeneffekte loszuwerden. Bitte Sie den behandelnden Arzt, zuerst möglichst niedrig zu dosieren, und dann im Bedarfsfall langsam zu steigern.
Die erwähnten Nebenerscheinungen können nämlich im Falle einer HSP besonders gravierend und unangenehm ausfallen. Tagelange Übelkeit und Kopfschmerz zählen dabei noch zu den harmloseren Dingen, weil sie zumindest keine bleibenden Schäden hervorrufen. Aber gerade die Übelkeit kann extrem kontraproduktiv sein. Es gibt im menschlichen Körper einen Mechanismus, der wohl ein urgeschichtliches Relikt aus der Zeit der Sammler ist, der Vergiftungen verhindern soll. Wenn wir Menschen etwas essen, das uns merklich vergiftet - und starke Übelkeit ist ein eindeutiges Zeichen für Vergiftung - so wird die Übelkeit mit dem Stoff oder Nahrungsmittel verknüpft. Wenn wir dann in Zukunft die entsprechende Pflanze oder das Gericht auch nur sehen, wird uns wieder übel, und das unter Umständen auch noch nach Jahren. Dies ist ein sehr tiefer Mechanismus, weit außerhalb der Kontrolle des Bewusstseins, der sich evolutionär durchgesetzt hat und ursprünglich zu unserem Schutz gedacht war.
Diese nützliche Einrichtung der Natur kann sich aber gegen uns wenden, wenn hochempfindliche Menschen den für sie ungeeigneten Dosierungsstrategien ihres Arztes folgen. Dies kann sehr schlecht sein, denn vielleicht handelt es sich ja genau um das Medikament, auf dass Sie am besten ansprächen. Auf Grund höherer Sensitivität für chemische Stoffe können Sie jedoch bei den üblichen hohen Anfangsdosierungen mit so starken Nebenwirkungen reagieren, dass der Körper beschließt, dass das eine gefährlich giftige und deshalb zu meidende Substanz sei. Wenn Sie in Zukunft das Medikament nur zur Hand nehmen, regt sich schon Übelkeit in Ihrem Körper, und nach dem Schlucken ist es unabhängig von der Dosis so unangenehm, dass Sie es über kurz oder lang absetzen müssen. Und das, obwohl es vielleicht das ideale Mittel für Sie gewesen wäre. Hätten Sie von Anfang an niedrige Dosen bekommen und Ihr Körper nie in Verbindung mit dem Medikament diese traumatische Übelkeit erlebt, dann hätte es nie Probleme damit gegeben, sondern nur Ihre Heilung unterstützt.
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