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Zart besaitet - Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochsensible Menschen

von Georg Parlow

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Zusammenfassung

Zur körperlichen Gesundheit lässt sich zusammenfassend sagen, dass hochempfindliche Menschen die besten Anlagen haben, gesund ein hohes Alter zu erreichen. Voraussetzung dafür, diese Anlage auch zu realisieren, ist jedoch eine weitgehend stressarme Lebensführung. Dazu braucht es gute Selbstkenntnis, ein gewisses Know-how in Selbstmanagement, Kreativität, und eine Portion glücklicher Fügung. Viele HSP brauchen relativ viel Ruhe, Regelmäßigkeit und eine gewisse Sicherheit. Doch was wichtig ist, ist die Stressfreiheit, und manche schaffen es auch, sich diese sogar in sehr unsicheren, unbeständigen Situationen zu bewahren. Allen hochempfindlichen Menschen ist geholfen, wenn sie es lernen, gelassen zu bleiben mit Hilfe von regelmäßiger Meditation, Hingabe und innerer Disziplin. Für manche von uns ist dies jedoch absolut notwendig zur Erhaltung der Gesundheit.

Hochempfindliche Kinder sind auf Grund ihrer zarten Konstitution krankheitsanfälliger. Wird diese Empfindlichkeit erkannt und entsprechend darauf Rücksicht genommen, ergeben sich daraus keine längerfristigen Probleme, und der heranwachsende Mensch lernt von Anfang an, auf sich und seine speziellen Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen. Fehlen den Betreuungspersonen jedoch die nötige Aufmerksamkeit, das Einfühlungsvermögen oder die Kenntnisse, so kann diese Vernachlässigung zu konstitutionellen Schwächungen führen.

Die nächste Gefahr für die Gesundheit können die Experimente mit dem Lebensstil im jugendlichen Alter bilden. Fastfood, Drogen und ein intensives Nachtleben können bei allen Menschen, aber bei hochempfindlichen noch viel leichter zu bleibenden Schädigungen führen. Auch die Gefährdung der Gesundheit durch Unfälle auf den Fahrten von und zu den Discos im ländlichen Raum ist erheblich. Jedoch zumindest von einigen weiteren Risikofaktoren in diesem Alter sind die hochempfindlichen Jugendlichen weniger betroffen - der Liebe zu Mopeds und Motorrädern, und der Freude an Extremsportarten. Zwar sind auch HSP im Alter von 15 bis 25 am stärksten von der eigenen Unvernunft gefährdet, doch erhalten sich die meisten von ihnen trotzdem eine gewisse Bedächtigkeit.

Ist die Jugend ohne bleibende Gesundheitsschäden überstanden und die Stressfrage befriedigend gelöst, steht gesunder Hundertjährigkeit nichts mehr im Wege. Eine entsprechende Ernährung und Zeiteinteilung, welche auch die Gesundheit fördern, ist vielen hochsensiblen Menschen ein Anliegen um der Sache selbst willen. Ein exzellentes Frühwarnsystem erlaubt es, Krankheiten zu vermeiden oder schon im Anfangsstadium zu behandeln, und zwar oft mit Mitteln die so schwach sind, dass sie nicht den Körper in einem anderen Bereich schädigen. Die Besonnenheit und Umsicht, die sich spätestens mit zunehmendem Alter bei fast allen HSP zeigen, unterstützt von ihrer ausgeprägten Intuition, helfen Unfälle vermeiden. Und der vielleicht wichtigste Punkt für Gesundheit und Langlebigkeit ist unsere Fähigkeit, unserem Leben einen Sinn zu geben bzw. abzugewinnen, auch wenn uns Schicksalsschläge und Enttäuschungen beuteln. In dieser Verbundenheit mit einer tieferen Ebene der Sinnhaftigkeit liegt eine enorme Kraft, die speziell in Situationen, die nicht hochempfindliche Menschen resignieren oder zerbrechen lassen, ihr richtungsgebendes und tröstendes Potential entfaltet. Doch damit begeben wir uns bereits in den Bereich der Psyche und ihrer Auswirkungen auf den Körper.

© FESTLAND Verlag

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